Vorgeschichte und Chronik des Institutes für Kunststofftechnik an der Hochschule Darmstadt

In mehr als 50 Jahren hat die Ingenieurausbildung in der Kunststofftechnik an der Hochschule Darmstadt ein hohes Ansehen in der einschlägigen Industrie gewonnen. Aus den ganz kleinen Anfängen in der „Lehrwerkstatt für die Verarbeitung thermoplastischer Halbzeuge" an der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik Darmstadt entstand der Fachbereich Kunststofftechnik, der bis zum heutigen Tag mehr als 2000 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht hat. In diesem Zeitraum wuchs die Kunststoffindustrie enorm und mit ihr die Anforderungen an die Fähigkeiten und an die Zahl der Kunststoff-Ingenieure. Die industriellen Trends waren stets auch eine große Herausforderung an die Wandlungsfähigkeit der Hochschule. Dass der Fachbereich dieser Entwicklung folgen konnte, liegt zu einem großen Teil darin begründet, dass er über den Kontakt zu seinen Abolventen immer den Finger am Puls der Zeit hatte. Die Zukunftsorientierung wurde zur Gewohnheit, ja zur Tradition. Es folgen die Meilensteine dieser Geschichte.

Juli 1951: Eröffnung einer Lehrwerkstätte für Verarbeitung von Kunststoffen an der städtischen Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik.

WS 1959: Erster Kunststoffkurs für Studenten.

Oktober 1965: Inbetriebnahme des Kunststofflabors im Neubau Schöfferstraße.

WS 1967: Abteilung Kunststofftechnik innerhalb der Fachrichtung Maschinenbau.

WS 1968: Erste Absolventen der Abteilung Kunststofftechnik. Dr. Thomas Barth ist einer von ihnen. Später wurde er Sprecher des Institutsbeirates.

November 1970: Erlass des Hessischen Kultusministers zur Umwandlung der Abteilung Kunststofftechnik in eine selbständige Fachrichtung an der staatlichen Ingenieurschule.

Mai 1971: Verordnung des Hessischen Kultusministers zur Einrichtung des Fachbereichs Kunststofftechnik an der zu gründenden Fachhochschule Darmstadt. Zum Fachbereichsleiter wird Prof. Dr. Ing. Bernhard Gnauck bestellt. Getragen von engagierten Professoren und Mitarbeitern und unterstützt durch die Kunststoffindustrie nimmt der neue Fachbereich seine Arbeit auf. Informationsveranstaltungen und Podiumsdiskussionen zum Berufsfeld und Ausbildungsgang „Ingenieur für Kunststofftechnik" werden für Schüler, Lehrer, Industrie, Berufsberater der Arbeitsämter, Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern durchgeführt. Dies führt schließlich dazu, dass zahlreiche Studenten das Studium Kunststofftechnik aufnehmen. In diesem Jahr entsteht auch die so genannte „Mao-Bibel", eine blaue Kladde, in der die Namen und Adressen der Absolventen peinlich genau notiert werden.

Sommersemester 1974: Bezug der neuen Laborhalle und des Kunststoffchemielabors im Hochhaus.

Sommersemester 1977: Prof. Dr. Gnauck gibt die Fachbereichsleitung an Prof. Krause ab. Dr. Gnauck hat mit großem Engagement die Gründungszeit des Fachbereichs gestaltet und in Zusammenarbeit mit der Industrie den Grundstein für eine Ingenieurausbildung gelegt, die über Deutschland hinaus hohe Anerkennung findet. Auf Prof. Krause folgen als Fachbereichsleiter und Dekane die Herren Dr. Schönewald, Hulek, Wesp, Dr. Bögel, Dr. Stengler und Dr. Gesenhues.

Januar 1981: Dem ersten Absolvententreffen in der Orangerie folgen bis heute jährliche Zusammentreffen von Absolventen, Studierenden, Mitarbeitern und Professoren. Die Absolventen fühlen sich weiterhin ihrem Fachbereich verbunden und informieren über ihre Erfahrungen in der Industrie.

Sommersemester 1982: Mit dem internationalen Flockseminar beginnt eine Reihe von Weiterbildungsveranstaltungen. In Zusammenarbeit mit der „Gesellschaft zur Förderung des technischen Nachwuchses" werden für Absolventen und Industrie Fachseminare auf dem Gebiet der Kunststoffverarbeitung angeboten.

1988: Erste internationale Kontakte zu Hochschulen in Spanien, Irland und Australien. In den Folgejahren werden die Kontakte intensiviert und mit Hochschulen in Paraguay, Rumänien, Ungarn, China und anderen Ländern erweitert. Berufspraktische Semester und Diplomarbeiten im Ausland und Betreuung von ausländischen Studierenden in Darmstadt ergeben sich.

Juni 1990: Erste Darmstädter Kunststofftage. Weiterbildung und Vertiefung der Kontakte zu Absolventen und Industrie ist Zweck und Ziel der Kunststofftage. Sie werden seitdem mit gutem Erfolg im zweijährigen Turnus veranstaltet.

Sommersemester 1990: Die 1000. Diplom-Urkunde der Kunststofftechnik wird der Absolventin Susanne Braun überreicht. Dieses Ereignis findet eine feierlichen Würdigung in Anwesenheit der Angehörigen und namhafter Vertreter der Hochschule und der Industrie.

November 1994: Feierliche Einweihung der neuen Räumlichkeiten im Dugena-Komplex zwischen Berliner Allee und Haardtring. Die Anwesenheit der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Mayer, des Rektors der Hochschule Prof. Dr. Kremer, des Oberbürgermeisters der Stadt Darmstadt Benz, des Präsidenten des Gesamtverbandes der kunststoffverarbeitenden Industrie Wagner und anderer hochrangiger Persönlichkeiten zeigen den hohen Stellenwert der Veranstaltung. Die Einrichtung und der Bezug der Technika und Labore, Vorlesungsräume und Büros wird noch zwei Jahre in Anspruch nehmen. Damit ergeben sehr gute Bedingungen für eine moderne Ausbildungsstätte

Sommersemester 1996: Mit sieben Einschreibungen erreicht die Anzahl der Studierenden im ersten Semester einen historischen Tiefstand. Die Zahl der Studierenden der Kunststofftechnik geht in den Folgejahren kontinuierlich zurück.

August 1996: Der Fachbereich besteht seit 25 Jahren. Im Rahmen der Feier dieses Jubiläums werden die neuen Einrichtungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sommersemester 1999: Die Gesamtzahl der Studierenden ist auf das Niveau der Gründerzeit gefallen.

Mai 2004: Zwei Mitglieder des Fachbereichs werden in Schlüsselfunktionen der Hochschule gewählt: Prof. Dr. Bernhard May wird Vizepräsident und Prof. Dr. Ralph Stengler wird Leiter des Zentrums für Forschung und Entwicklung.

Frühjahr 2005: Der Fachbereich präsentiert sich erstmalig bundesweit auf Ausbildungsmessen.

Dezember 2005: Der Hochschule Darmstadt gelingt als erster Hochschule bundesweit die Akkreditierung des Bachelor- und des Master-Studiengangs Kunststofftechnik.

Sommersemester 2006: Das 2000. Diplom der Kunststofftechnik wird wiederum einer Absolventin überreicht.

Februar 2007: Gründung des Instituts für Kunststofftechnik Darmstadt zukunftsweisend zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit in Forschung und Lehre. Zum ersten Institutsleiter wird Prof. Dr. Ralph Stengler gewählt.

März 2007: Verschmelzung des Fachbereichs Kunststofftechnik und des Fachb ereichs Maschinenbau zum neuen Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik. Gründungsdekan: Prof. Dr.-Ing. Bernhard Gesenhues (K).

März 2010: Prof. Dr. Ralph Stengler wird Präsident der Hochschule Darmstadt. Zum Institutsleiter des Instituts für Kunststofftechnik Darmstadt wird Prof. Dr.-Ing. Bernhard Gesenhues gewählt.

Mai 2010: Prof. Dr. Bernhard May (K) wird zum Dekan des Fachbereichs Maschinenbau und Kunststofftechnik gewählt.

Februar 2013: Wahl von Prof. Dr.-Ing. Bernhard Gesenhues zum Prodekan des Fachbereichs. Zum Institutsleiter des Instituts für Kunststofftechnik Darmstadt wird Prof. Dr.-Ing. Roger Weinlein gewählt. Das Institut für Kunststofftechnik hat mittlerweile das größte Drittmittelaufkommen für F&E an der Hochschule Darmstadt.

Juli 2013: Der stellvertretende Institutsleiter, Prof. Dr.-Ing. Martin Müller-Roosen, überreicht die 100. Masterurkunde im Fach Kunststofftechnik.